Heinrich Reinhard v. Buseck
(PN 1029)

Familienübersicht auf Tafel 1 aa

Vater: Johann Rudolf v. BuseckMutter: Margaretha Schutzbar gen. Milchling
Geboren: Getauft:
erwähnt:
Verstorben: 28. Oktober 1638 1Helmer 1Bestattet:
Eheschließung: I. oo vor 1616 2HStAD Bestand B 16 Nr. 12
Ehepartner: Brigitte v. Rodenstein
Eheschließung: II. oo 11. Februar 1630
Ehepartner: Anna Elisabeth v. Rheinberg

Zur Person:

Religion: wohl katholisch
Nach Helmer 3Helmer 1/1977 gehörte Heinrich Reinhard mit seinem Bruder Johann Otmar zu den ersten, die sich im Hochstift Fulda niederließen. Obwohl Heinrich Reinhard den Übertritt seiner ersten Frau zum Katholizismus forcierte und er wahrscheinlich aus diesem Grund ebenfalls katholisch war, fehlt bisher ein Beleg dafür, dass er sich im Raum Fulda niedergelasen hatte. Helmer führt hierzu die Stelle als Oberamtmann in Fürsteneck an.
1630 lebte er in Großen-Linden.

Werdegang:
1629  –  Wachtmeister 4HStAD E 12 Nr. 22/4
1631  –  landgräfl. hess.-kasselischer Obristlieutnant 5Helmer 1/1977
1637  –  kurmainzischer Amtmann zu Amöneburg 6AT-OeStA/HHStA RHR Grat Feud RLA deutsche Exp. 132-1 (1558 – 1793) Hessen-Darmstadt; Investitur über das Buseckerthal mit Zugehörungen
o.D.   –  Oberamtmann in Fürsteneck 7Helmer 1/1977 8Burg Fürsteneck (heute: 36132 Eiterfeld), zwischen Fulda und Bad Hersfeld, wurde als Grenzbefestigung des Klosters Fulda gegründet. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Burg stellenweise bis auf ihre Grundmauern zerstört. Die umliegenden Dörfer sind zum größtenteil menschenleer. Ob Heinrich Reinhard bei einem dieser Übergriffe auf die Burg starb?

Belege:

1616 Mai 24, Lindenfels
Vereinbarung zwischen Veit Daniel von Burghausen, gräflich hanau-münzenbergischem Oberforst- und Jägermeister und Frau Anna Maria Burghausin, Junker Heinrich Reinhard von Buseck und Frau Brigitta und Jungfrau Rosina, alle drei geborene von Rodenstein, über das adlige Rodensteinische Gut zu Lindenfels, dass Renten, Zinsen und Gülten durch Loszettel spezifiziert und danach verteilt, die Schulden einschließlich der jährlich an die Witwe des Johann Wolf zu reichenden 50 Gulden gemeinsam bezahlt werden. Jagen, Fischen, Weinungelt, Schatzung, Lagergeld von Bieren- und Apfelmost und Kindbettwein, wie auch Leibeigene, Haupt- und Herdrechttheidigung, die Gerichte, Kollatur der Pfarrei Rimmern und andere Gerechtigkeiten sollen gemeinsam sein. Wenn die Fron der Märker nicht geleistet wird, sollen die anderen Erben dem Besitzer zum Altengesäß billige Ergetzlichkeit tun. Kein Versetzen ohne der Andern Vorwissen, Frondienste unter gebührender Ergetzlichkeit für die Person. Bezüglich der adligen Wohnung zu Lindenfels ist vorbehalten, ‚daß derselbe so das hinterste Teil bei der Kirchen bauen, solches mit liebst (keinem) Kummer und Unrat, den anderen ohne Schadenhalten und die Mauern und Fenster genugsam versehen soll; und wird den Inhabern des vorderen Baus die Schreibstube zu Nutzen auch vergunnt und zugelassen, bis das Hinterteil gebessert wird, da alsdann der Hofschur slecht von der Seulen an zerteilt werden soll.‘
HStAD Bestand B 16 Nr. 12

[um 1620]
Farbige Wappendarstellungen von Familienmitgliedern der Familie v. Buseck und ihrer Ahnen, erstellt für Heinrich Reinhard und Johann Ottmar v. Buseck
Vollwappendarstellungen v. Buseck, v. Walderdorff, Schenck zu Schweinsberg, v. Dörnberg, Schutzbar gen. Milchling und v. Hattenbach
HStAD F 28 Nr. 99; Regest nach arcinsys.hessen.de

1622 Mai 10
Johann Adolf v. Rodenhausen zu Daubringen als bevollmächtigter Anwalt des Heinrich Reinhard v. Buseck bekundet: Nachdem dieser zusammen mit seinem Bruder Johann Ottmar v. Buseck die Gerechtigkeiten der Ganerbschaft Buseckertal empfangen hat, hat er an dessen statt zugesagt, dass dieser zu ehester Gelegenheit den gewonlichen Gahnerbenaydt selbst leisten und sich reversiren und thun soll, allermaßen bemelter sein Bruder Johann Otthmar erst vor ihnen allen löblichen Gahnerben […]gethan. Wegen der Dinge, die er [Johann Adolf] dabei in Erfahrung gebracht hat, will er keinen Vorteil oder Nutzen ziehen.
HStAD F 28 Nr. 126 Bl. 32; Regest nach arcinsys.hessen.de

1622 August 3
Heinrich Reinhard v. Buseck, der am 10. Mai nicht zur Stelle gewesen ist, beschwört hiermit die Aufnahme in den Burgfrieden der Ganerbschaft Buseckertal.
in HStAD B 14 Nr. 65; Regest nach arcinsys.hessen.de

1629
Von Heinrich Reinhard von Buseck durch die Beauftragung zweier Franziskanermönche bewirkter Übertritt seiner Gattin zu katholischen Konfession und Überführung der Leiche nach Wetzlar
HStAD E 12 Nr. 22/4 Mo; Regest nach arcinsys.hessen.de

1630
Dorfbuch der Adeligen Personen im Amt Gießen: Henrich Reinhardt v. Buseck zu Großenlinden hat zwei Söhne namens Heinrich Rudolph und Hans Georg und eine Tochter Dorothea
HStAM S/50 Bd. 2

1632 Juni 25
Georg Philipp, Heinrich Reinhard, Ulrich Eberhard, Kaspar Philipp und Hans Adam v. Buseck sowie Johann Adolf v. Rodenhausen und Hans Georg v. Trohe als Vormünder des Helwig v. Buseck bekunden, dass sie den Johann Ottmar v. Buseck bevollmächtigt haben, die buseckischen Lehen von Graf Friedrich v. Solms zu empfangen
HStAD B 9 Nr. 1868; Regest nach arcinsys.hessen.de

1632 September 19
Johann Ottmar v. Buseck, Mitganerbe des Busecker Tals, bekundet, dass er gemäß Vollmacht vom 25. Juni 1632 auch namens seiner Verwandten Georg Philipp, Heinrich Reinhard, Ulrich Eberhard, Kaspar Philipp und Hans Adam v. Buseck, sowie des Johann Adolf v. Rodenhausen und des Hans Georg v. Trohe als Vormünder des Helwig v. Buseck, den Johann Eberhard Wagenbach bevollmächtigt habe, an seiner Statt die solmsischen Lehen zu Rödelheim entgegenzunehmen und den Lehnsrevers zu besiegeln
HStAD B 9 Nr. 1867; Regest nach arcinsys.hessen.de

1632 September 27, Rödelheim
Graf Friedrich v. Solms bekundet, dass er dem Johann Ottmar v. Buseck, auch für seinen Bruder Heinrich Reinhard, Söhne des verstorbenen Johann Rudolf, für Georg Philipp und Helwig, Söhne des verstorbenen Wilhelm Reinhard, sowie für Ulrich Eberhard, Kaspar Philipp und Hans Adam, Söhne des verstorbenen Hans Philipp v. Buseck, anstatt der beiden Höfe in der Atzbacher Gemarkung, die an Hans Georg v. Mauchenheim genannt v. Bechtolsheim verkauft worden sind, einen freien adligen Burgsitz mit zugehörigem Grundbesitz zu einem Mannlehen verliehen habe, nachdem ihm dieser vor Schultheiß und Schöffen zu Rödgen im Busecker Tal aufgetragen worden ist
HStAD B 9 Nr. 1259; Regest nach arcinsys.hessen.de

1637
Vollmachtsbrief des Heinrich Reinhard v. Buseck und der Ganerben des Buseckertals zur Mutung der Reichslehen bei Kaiser Ferdinand III.
HStAD F 28 Nr. 10; Regest nach arcinsys.hessen.de

1637 Juli 3, Großen-Buseck
Heinrich Reinhard v. Buseck, Mitvierer und Ganerbe des Buseckertals, kurmainzischer Amtmann zu Amöneburg, bekundet: Nach Ableben des Kaisers Ferdinand II. hat er zur Renovation der Reichslehen durch Kaiser Ferdinand II. dem Reichshofratsagenten Dr. iur. Lukas Stupanus Vollmacht erteilt, anstatt der Ganerben des Buseckertals die kaiserlichen Lehns- und Schutzbriefe erneuern zu lassen.
HStAD F 28 Nr. 10; Regest nach arcinsys.hessen.de

1638 Mai 20
Heinrich Reinhard v. Buseck, auch als Vormünder der minderjährigen Söhne seines verstorbenen Bruders Johann Ottmar, nämlich Johann Burkhard, Konrad Philipp und Rudolf Eberhard sowie die Gebrüder Ulrich Eberhard und Hans Adam v. Buseck, bekunden: Landgraf Georg II. habe ihnen versprochen, ihnen diejenigen Lehen, die sie und ihr Vetter Georg Philipp v. Buseck, landgräflich-hessischer Obristlieutenant, bisher von dem Gräflichen Haus Nassau-Saarbrücken inne hatten, und die im Pfandamt Hüttenberg, in Gleiberg und im Amt Gießen belegen sind, gegen Entrichtung der schuldigen Gebühr zu überlassen. Sie erteilen hiermit ihrem gen. Vetter Georg Philipp v. Buseck Vollmacht, diese Lehen auf dem angesetzten Lehnstag vom 23. Mai alten Kalenders für sie zu empfangen.
An der Urkunde ist das Siegel des Heinrich Reinhard erhalten: H.R. v.B.; Bild: Vollwappen: schräglinks gestellter Widderkopf. – Wappensiegel (IV C), sechseckig(?), Durchmesser ca. 12/9 mm, Lack, rot; aufgedrückt. – leicht beschädigt (gebrochen).
HStAD B 14 Nr. 275, war A 5 Nr. 45/14; Regest nach arcinsys.hessen.de

1638 Mai 22, Festung Gießen
Landgraf Georg II. v. Hessen bekundet: Nachdem der Kaiser [Ferdinand II., für den Reichshofrat] ihm gegen Entrichtung des Pfandschillings das bisher nassau-saarbrückensche Amt Gleiberg mit dem dazu gehörigen halben Anteil am Hüttenberg überlassen hat, hat er [Georg II.] dem Georg Philipp v. Buseck und dem Heinrich Reinhard v. Buseck, diesem auch namens der Söhne seines verstorbenen Bruders Johann Ottmar, namentlich Johann Burkhard, Konrad Philipp und Rudolf Eberhard, sowie den Gebrüder Ulrich Eberhard und Hans Adam, Söhnen des verstorbenen Hans Philipp v. Buseck, diejenigen Mann- und Burglehen verliehen, die ihre Voreltern von dem verstorbenen Graf Ludwig v. Nassau-Saarbrücken und von Gf. Wilhelm Ludwig empfangen hatten. Es sind dies näher umschriebene Rechte wie Anteile am Zehnten zu Heuchelheim und Atzbach, Güter zu Cleeberg, die Zehnten zu Allendorf, Egersheim, in der Aue zu Gießen und zu Fellingshausen, den Kirchsatz zu Kraftsolms mit einem Viertel am dortigen Zehnten, den halben Zehnten zu Großen-Linden mit dem Zehnten zu Hörnsheim und Lützellinden, ein Viertel am Zehnten zu Volpertshausen samt dem dortigen Kirchsatz, ein Viertel am Zehnten zu Weidenhausen sowie 2 1/4 Gulden jährlichen Manngelds aus der Kellerei Gleiberg.
HStAD B 14 Nr. 278, war A 5 Nr. 45/17; Regest nach arcinsys.hessen.de

1640 Dezember 22, Regensburg
Kaiser Ferdinand III. bekundet: Heinrich Reinhard v. Buseck hat, zugleich namens seiner Mitganerben v. Buseck und v. Trohe, um eine Erneuerung des vom Reiche zu Lehen gehenden Buseckertals gebeten, wie es vorher Hans Philipp v. Buseck von dem verstorbenen Kaiser Ferdinand II. zu Lehen erhalten hat. Auf diese Bitte hin hat er das gen. Lehen erneuert. Daraufhin hat Dr. iur. Lukas Stupanus v. Ehrenstein, Agent am Kaiserlichen Hof, als Bevollmächtigter des Heinrich Reinhard v. Buseck den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Ad mandatum Sacrae Caesareae Maiestatis proprium Johann Söldner Dr., manu propria
HStAD B 14 Nr. 117; Regest nach arcinsys.hessen.de

posthum
1639-1640
Rezeption des Deutschordensritters Hans Georg, Sohn des verstorbenen Heinrich Reinhard v. Buseck, sowie des Johann Burkhard, Sohn des verst. Johann Ottmar v. Buseck, in die Ganerbschaft Buseckertal
HStAD F 28 Nr. 128; Regest nach arcinsys.hessen.de

1639 Februar 18, Großen-Buseck
Ulrich Eberhard v. Buseck und Johann Philipp Mönch v. Buseck bekunden: Sie können eidlich bezeugen, dass Hans Georg v. Buseck von seinen Eltern Heinrich Reinhard v. Buseck und Brigitte v. Rodenstein edel, zum Schild und Helm geboren ist.
HStAD F 28 Nr. 128 Bl. 3; Regest nach arcinsys.hessen.de

1649 November 2, Gießen
Adolf Eitel v. Nordeck zur Rabenau, Deutschordensritter und Komtur zu Schiffenberg, und Philipp Marquard Schutzbar gen. Milchling bekunden: Sie können auf dem zur Aufnahme in die Ganerbschaft angesetzten Tag eidlich bezeugen, dass Anselm Kasimir v. Buseck, Sohn des verstorbenen Heinrich Reinhard v. Buseck von seiner Mutter Anna Elisabeth v. Buseck geb. v. Rheinberg her edel und zum Helm und Schild geboren ist. Die Beschwörung der Burgfriedensbriefe ist bis zur Erlangung seiner Volljährigkeit aufgeschoben worden.
HStAD F 28 Nr. 130 Bl. 2 – 2v; Regest nach arcinsys.hessen.de


Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
AT-OeStA = Österreichisches Staatsarchiv Wien
arcinsys.hessen.de

Literatur:
Wilhelm Helmer: Das Adelsgeschlecht von Buseck und das Hochstift Fulda; in Buchenblätter. Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde; Teil 1 in Nr. 25 vom 24. Dez. 1977 im Jahrgang 50/1977 Seite 97-98, Teil 2 in Nr. 1 vom 6. Jan. 1978 im Jahrgang 50/1978 Seite 4, Teil 3 in Nr. 2 vom 26. Jan. 1978 im Jahrgang 50/1978 Seite 5 – 7, (Schluß) in Nr. 4 in Jahrgang 50/1978; Nachtrag in Nr. 11 vom 10. Mai 1985 in Jahrgang 58/1985


  • 1
    Helmer 1
  • 2
    HStAD Bestand B 16 Nr. 12
  • 3
    Helmer 1/1977
  • 4
    HStAD E 12 Nr. 22/4
  • 5
    Helmer 1/1977
  • 6
    AT-OeStA/HHStA RHR Grat Feud RLA deutsche Exp. 132-1 (1558 – 1793) Hessen-Darmstadt; Investitur über das Buseckerthal mit Zugehörungen
  • 7
    Helmer 1/1977
  • 8
    Burg Fürsteneck (heute: 36132 Eiterfeld), zwischen Fulda und Bad Hersfeld, wurde als Grenzbefestigung des Klosters Fulda gegründet. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Burg stellenweise bis auf ihre Grundmauern zerstört. Die umliegenden Dörfer sind zum größtenteil menschenleer. Ob Heinrich Reinhard bei einem dieser Übergriffe auf die Burg starb?
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