Johann Christoph v. Buseck
(PN 1042)

Familienübersicht auf Tafel Epp. a

Vater: Philipp Franz Edmund v. BuseckMutter: Maria Antonia Amalia v. Fechenbach
Geboren: 1. September 1687 1Daten von seinem Grabstein in GundelsheimGetauft:
Verstorben: 11. Januar 1759 2Daten von seinem Grabstein in GundelsheimBestattet:

Zur Person:

Johann Christoph v. Buseck wurde am 23. September 1722 in Ellingen zum fränkischen Deutsch-Ordensritter. Zuvor hatte er seit 1718 im kaiserlichen Heer in Italien gedient, wo er den Rang eines Hauptmanns erreichte und im kaiserlichen Grenadierregiment Guidobald von Stahrenberg (Guido von Starhemberg) diente 3Arnold, III.7.15; nach verschiedenen Biographien zu Guido von Starhemberg lebte dieser jedoch 1718 in Wien. Italien hatte er 1713 verlassen.. Seine Zeit als Novize verbrachte er in Ellingen und Mergentheim 4HStAD E 5 B 3 466a, Mergentheimer DO-Akten. Im Jahre 1724 wurde er Hauskomtur in Ellingen und seit dem 2. Februar 1729 war er Komtur des Hornecker Ordenshauses in Gundelsheim, sowie Oberamtmann des Scheuerberger Gebiets. Mit dem 9. April 1735 wurde er zudem noch fränkischer Ratsgebietiger.
Er liegt in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Gundelsheim unter dem Hauptaltar begraben.

Epitaph von Johann Christoph v. Buseck

Grabmal von Johann Christoph v. Buseck in Gundeslheim
(c) Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Belege:

1705 Juni 25, Großen-Buseck
Johann Gottfried v. Fechenbach zu Sommerau, Friedrich Ludwig Schenk v. Schweinsberg, hochfürstlich fuldaischer Capitaine, bekunden: Auf Bitten der Gebr. Friedrich Franz Ludwig, Ernst, Johann Christoph und Christian Ludwig, Söhnen des verst. Philipp Franz v. Buseck, haben sie auf einem zur Aufnahme in die Ganerbschaft Buseckertal angesetzten Tag eidlich bezeugt, dass diese durch die vier Ahnen von ihrer Mutter her, der Maria Antonia Amalia v. Buseck geb. v. Fechenbach, edel und zum Schild und Helm geboren sind. Da sie aber noch minderjährig sind, sollen sie erst nach Erlangung der Volljährigkeit vereidigt und in die Ganerbschaft aufgenommen werden.
Siegler: Aussteller
HStAD F 28 Nr. 57 Bl. 53 – 54: Abschrift, beglaubigt 1791, Papier; Regest nach Battenberg

1705 Juni 25, Großen-Buseck
Adolf Reinhard und Ludwig Balthasar Philipp v. Nordeck zur Rabenau bekunden: Auf Bitten der Gebr. Friedrich Franz Ludwig, Ernst, Johann Christoph und Christian Ludwig, Söhnen des verst. Philipp Franz v. Buseck, haben sie auf einem zur Aufnahme in die Ganerbschaft Buseckertal angesetzten Tag eidlich bezeugt, dass diese durch die vier Ahnen von ihrem Vater her edel und zum Schild und Helm geboren sind. Da sie aber noch minderjährig sind, sollen sie erst nach Erlangung der Volljährigkeit vereidigt und in die Ganerbschaft aufgenommen werden.
Siegler: Aussteller
HStAD F 28 Nr. 57 Bl. 37 – 37v: Abschrift, beglaubigt 1791, Papier; Regest nach Battenberg

1706 Mai 14, Wien
Kaiser Joseph [I.] bekundet: Bonifacius, Volprecht Ludwig, Wilhelm Moritz, Georg Friedrich Kraft, Friedrich Ludwig, Georg Ludwig, Friedrich [Philipp] Moritz, Johann Reinhard, Johann Balthasar [Ludwig], Johann Philipp, Johann Eitel, Ernst, Christian Ludwig und Johann Christoph, sämtlich Ganerben v. Buseck, haben um eine Erneuerung des vom Reiche zu Lehen gehenden Buseckertals gebeten, wie es vorher von dem verstorbenen Kaiser Leopold I. verliehen worden ist. Auf diese Bitte hin hat er das gen. Lehen erneuert. Daraufhin hat Wilhelm Moritz Mönch v. Buseck namens der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Ad mandatum Sacrae Caesareae Maiestatis proprium C. F. Consbruck
HStAD Bestand B 14 Nr. 120

1717 Dezember 24, Wien
Kaiser Karl VI. bekundet: Wilhelm Moritz, Friedrich Ludwig, Georg Ludwig, Amandus, Friedrich Philipp, Johann Reinhard, Johann Eitel, Ernst Johann Philipp, Johann Christoph und Christian Ludwig, Gebr., und Vettern, Vierer und Ganerben zu Buseck, haben um eine Erneuerung des vom Reiche zu Lehen gehenden Buseckertals gebeten, wie es vorher von dem verst. Kaiser Joseph I. verliehen worden ist. Auf diese Bitte hin hat er das gen. Lehen erneuert. Daraufhin hat Ernst Johann Philipp v. Buseck namens der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet.
Siegler: Aussteller (mit kaiserlichem anhangenden Sg.)
Kanzleivermerk: Ad mandatum Sacrae Caesareae Maiestatis proprium E.F. v. Glandorf manu propria
HStAD B 14 Nr. 125: Ausf., Perg., an schwarz/goldener Seidenschnur anhang. rotes Majestätssiegel in naturfarbener Wachsschale gut erhalten. Unterschrift des Kaisers und Viditvermerk des [Reichsvizekanzlers] Friedrich Karl v. Schönborn; Regest nach Battenberg

1729 August 12, Großen-Buseck
Die Vierer und Ganerben des Buseckertals, namentlich Wilhelm Moritz Mönch v. Buseck, der Fuldaer Dekan Amand v. Buseck, auch namens seiner Brüder Johann Christoph und Christian Ludwig, sodann Friedrich Ludwig Mönch v. Buseck, Georg Ludwig Brand v. Buseck, Friedrich Moritz Brand v. Buseck, Johann Reinhard Brand v. Buseck, Johann Eitel Brand v. Buseck, Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck, Georg Wilhelm v. Buseck und Johann Moritz v. Buseck, bekunden: Sie haben sich zur Erhaltung ihres Burgfriedens von 1602 [Dezember 6] miteinander verglichen. In elf Artikeln werden unter Protest gegen die Eingriffe der Landgrafen v. Hessen-Darmstadt die Kompetenz der Pfarrer und Schulmeister im Buseckertal, der Gebrauch des ganerbschaftlichen Siegels, die Kompetenz der Gerichtsschreiber und des Schöffengerichts, die Angelegenheiten der Landmiliz, des gemeinschaftlichen Archivs, die Zusammenkünfte der Vierer und die Einhaltung der Burgfrieden geregelt.
HStAD F 28 Nr. 38: Ausf., Papierlibell, 10 hinten aufg. Sgg. (Ringpetschaften) und Unterschriften; Regest nach Battenberg

1741 Oktober 13, Augsburg
Die Kurfürsten Herzog Karl Albrecht von Bayern [der spätere Kaiser Karl VII.] und Pfalzgraf Karl Philipp bei Rhein, beide als Inhaber des gemeinsamen Reichsvikariats, bekunden: Amandus, Ernst Johann Philipp Hartmann, zugleich für Wilhelm Ernst und Moritz, die minderjährigen Kinder des verst. Georg Ludwig, sodann Christian Ludwig, Vinzenz, Bernhard Friedrich Ludwig, Johann Christoph, Johann Moritz, Georg Wilhelm und Friedrich Adolf, Gebr. bzw. Vettern, sämtlich Vierer und Ganerben zu Buseck, haben darum gebeten, das Buseckertal als Reichslehen zu erneuern. Aufgrund dieser Bitte haben sie als Reichsvikare dieses Lehen, das sie zuletzt mit Lehnsbrief von 1717 Dezember 24 von Kaiser Karl VI. erhalten haben erneuert. Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck hat im Namen der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet.
Siegler: Aussteller (mit gemeinsamem, größeren Reichsvikariatsamtssiegel)
Kanzleivermerk: Johann Nicolaus Faber, Frantz Bernardi manu propria
HStAD B 14 Nr. 133: Ausf., Perg., an violett/weißer Seidenschnur anhang. schwarzes Vikariatssiegel in Holzkapsel gut erhalten
HStAD B 14 Nr. 129 Bl. 1v – 2: Gleichz. Abschrift, Papier, durch Mäusefraß beschädigt (leichter Textverlust)
HStAD B 14 Nr. 128: Abschrift, in Urkunde von 1742 September 24
; Regest nach Battenberg


Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt

Literatur:
Udo Arnold: 800 Jahre Deutscher Orden: Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Gütersloh 1990
J. Friedrich Battenberg (Bearbeiter), Archiv der Familie von Buseck und der Ganerbschaft Buseckertal (Bestände B 14 und F 28). Darmstadt 2000
Bernhard Demel: Der Deutsche Orden und die Stadt Gundelsheim. Gundelsheim 1981, S. 39-43


  • 1
    Daten von seinem Grabstein in Gundelsheim
  • 2
    Daten von seinem Grabstein in Gundelsheim
  • 3
    Arnold, III.7.15; nach verschiedenen Biographien zu Guido von Starhemberg lebte dieser jedoch 1718 in Wien. Italien hatte er 1713 verlassen.
  • 4
    HStAD E 5 B 3 466a, Mergentheimer DO-Akten
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