Carl Christian Friedrich Ludwig Emil Ernst Jakob v. Buseck
(PN 1081)

Familienübersicht auf Tafel 1 da

Vater: Carl Philipp Wilhelm v. BuseckMutter: Sophia Margaretha Wilhelmina Christiane v. Senckenberg
Geboren: 7. Dezember 1799 in Gießen 1Kirchenbucheintrag in Gießen; Mitteilung von Dr. W. Bingsohn, GießenGetauft: 9. Dezember 1799 in Gießen 2Kirchenbucheintrag in Gießen; Mitteilung von Dr. W. Bingsohn, Gießen; Der Eintrag lautet: den 9. Dec: Carl Christian Friedrich Ludwig Emil Ernst Jacob gebohren am 7. ejusdem, morgens um 6 Uhr, Eltern Carl Philipp Wilhelm von Buseck, Rittmeister a la Suite in fürstl. Hessen Darmstädtischen Diensten, und Frau Sophien Margarethen Wilhelminen Christiane geb. von Senkenberg, Sohn. Gevattern waren 1) HErr Baron Renatus Carl von Senkenberg, fürstl. H. D. Regierungsrath und 2) dessen Frau Gemahlin, Anna Margaretha geb: von Rauen beyde Großeltern des Kindes. 3) Herr Friedrich von Buseck, F H D Rittmeister a la suite und 4) dessen Frau Gemahlin, Friederika geb: von Zwierlein 5) Herr Baron Carl von Senkenberg, Königl. Saardischer Hauptmann und 6) dessen Frau Gemahlin, Louisa geb: von Geißberg 7) Herr Christian Freyherr von Kothen (?) 8) Item Friedrich Tushem (?) F H D Hofrath 9) Frau Geh: Räthin Lucretia Mollenbeck 10) Frau Geh: Räthin Anna Sophia Grolmann geb. von Rauen 11) Frau Geh: Räthin Louisa von Zwierlein, geb. von Buseck 12) Fräulein Ernestine von Trillitz 13) Frau Professorin Emilia Grolmann geb: von der Wall 14) Frau Carolina von Rottenhof geb: von Buseck 15) Herr Johann Jacob von Zwierlein.  Dieses Kind, welches bey der Burgkirche getauft worden, ist auf ausdrückliches Verlangen dessen Herrn Großvaters Herr Baron von Senkenberg auch in dieses Taufregister [Stadtkirche] eingetragen worden.
Verstorben: 11. März 1870 in GießenBestattet: 14. März 1870 auf dem Alten-Friedhof in Gießen
Eheschließung: 6. August 1827 in Darmstadt 3Kirchenbuch Darmstadt, Trauregister 1819-1834 S. 392
Ehepartner: Marie Helene Wilhelmine Siebert
Kinder:
Name

Geboren

Verstorben / erwähnt
keine Kinder bekannt

Zur Person:

Akzessist bei der großherzl. Forstdirektion; 1824 Revierförster in Nieder-Weisel, 1837 Revierförster im Revier Schiffenberg, 1846 Forstinspektor Forst Gießen; 1824 Kammerjunker   –  Großherzoglicher Forstmeister

Carls Mutter stirbt wenige Monate nach seiner Geburt. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie von seinem Vater getrennt 4Strieder, hier S. 241. Wir wissen nicht wo, oder bei wem Karl ab diesem Zeitpunkt lebte. Sein Großvater mütterlicherseits, Renatus Carl v. Senckenberg, war kurz nach seiner Tochter verstorben. Die Großmutter Anne Margarethe, geb. v. Rau starb 1805. In ihrem Testament vom 5. März 1803 bestimmte sie ihren einzigen Nachkommen – den Enkel Carl – zum Alleinerben. Hierzu sei nebenbei bemerkt, dass der Großvater Renatus Carl v. Senckenberg der Gießener Universität eine bedeutende Bibliothek stiftete. 5HStAD G 26 A Nr. 449/28 Mit dieser Erbschaft dürfte Carl eine gewisse Unabhängigkeit vom buseckischen Familienvermögen erlangt haben.

Carl war in der Legislaturperiode 1832-33 als Abgeordneter der Liberale (Vormärz und 1848/49) für den Wahlbezirk Butzbach (Nauheim-Butzbach) im Landtag des Großherzogtums Hessen (Landstände des Großherzogtums Hessen). Die 2. Kammer setzte sich aus 50 gewählten Abgeordneten. zusammen, die sich folgendermaßen zusammensetzten:
6 Abgeordnete durch den Adel;
10 Abgeordnete in den Städten (je 2 für Darmstadt und Mainz, jeweils einer für Gießen, Offenbach, Friedberg, Alsfeld, Worms und Bingen);
34 Abgeordnete im restlichen Land.
Voraussetzung zur Wahl zum Abgeordneten war ein Alter von mindestens 30 Jahren. Man musste für Adelssitze mindestens eine direkte jährliche Steuerzahlung von 300 fl, oder ein äquivalentes Beamtengehalt von 1000 fl nachweisen. Eine einmal festgestellte Wählbarkeit gilt unabhängig vom Wohnsitz für das ganze Land (Großherzogtum Hessen). 6Hessische Abgeordnete, S. 37 und 79

Zwischen 1840 und 1843 muss er sich vor Gericht verantworten. Er ist der Misshandlung an seiner Dienstmagd Wilhelmine Berthold angeklagt. Die Klägerin Wilhemine Berthold stand in Diensten des Beklagten (er wird nicht mit Vornamen genannt) und seiner Schwester. Diese schenkte der Klägerin ein paar Strümpfe. Der Beklagte bezichtigt die Klägerin des Diebstahls an den Strümpfen, die seiner Gattin gehören sollen. Dies sei durch Form und Größe der Strümpfe der Klägerin auch bewusst gewesen (so Kläger). Sie wird von ihm in seinem Arbeitszimmer dazu befragt, wobei die Klägerin sich „ungebührlich, grob und widersehlich betragen“ habe. Er wendete nach Ausage der Klägerin bei der Befragung Gewalt in Form einfacher Schläge an. Es kommt zum Vergleich. Der Klägerin sind 25 fl zu zahlen. 7HStAD G 26 A Nr. 393/3
Die Schilderung in der Akte lässt darauf schließen, dass Carl seine jüngste Schwester, Maria Wilhelmina, bei sich aufgenommen hat.

Im Jahre 1868 lebte Carl in Gießen in der Walltorstr. (A 192) 8Adreßbuch der Provinzial-Hauptstadt Gießen. 1868. Gießen, S. 10

Das Grab von Carl v. Buseck und seiner Frau Marie findet sich noch heute auf dem Alten Friedhof in Gießen 9Das Grab befindet sich in der Süd-West-Ecke des Friedhofes, nahe der Mauer zum Nahrungsberg. Auf einem alten Plan trägt es die Nr. 20 (Plan bei Wikipedia). Sein Grabstein hat eine Widmung seiner Geschwister.

Grab von Carl v. Buseck und seine Ehefrau Marie auf dem Alten Friedhof in Gießen
Grab von Carl v. Buseck und seine Ehefrau Marie auf dem Alten Friedhof in Gießen

(c) Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Belege:

1805
Vormundschaft über Karl v. Buseck, den Enkel des 1800 verstorbenen Regierungsrats Freiherrn v. Senckenberg und dessen 1805 verstorbenen Ehefrau Anna Margaretha geb. v. Rau zu Gießen
HStAD G 26 A Nr. 449/28

1837-1866
Familienrechtssachen Stadtgericht Gießen: Senkenberg von, Regierungsrat: Ableben; Nachlaß; Vormundschaft über Carl von Buseck
HStAD G 28 Giessen Nr. F 6150

1840-1843
Wilhelmine Berthold aus Ober-Waroldern im Fürstentum Waldeck ./. Revierförster Freiherr v. Buseck zu Gießen: Vorwurf der Mißhandlung
HStAD G 26 A Nr. 393/3

1870-1871 [1907]
Familienrechtssachen Stadtgericht Gießen: Buseck, Carl Freiherr von, Forstmeister: Ableben, Nachlaß, Hypothekenschuld
HStAD G 28 Giessen Nr. F 6451


Quellen:

Literatur:
Hans Georg Ruppel und Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820-1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen. Darmstadt 1980. Darmstädter Archivschriften 5
Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, XIV, 225–272


  • 1
    Kirchenbucheintrag in Gießen; Mitteilung von Dr. W. Bingsohn, Gießen
  • 2
    Kirchenbucheintrag in Gießen; Mitteilung von Dr. W. Bingsohn, Gießen; Der Eintrag lautet: den 9. Dec: Carl Christian Friedrich Ludwig Emil Ernst Jacob gebohren am 7. ejusdem, morgens um 6 Uhr, Eltern Carl Philipp Wilhelm von Buseck, Rittmeister a la Suite in fürstl. Hessen Darmstädtischen Diensten, und Frau Sophien Margarethen Wilhelminen Christiane geb. von Senkenberg, Sohn. Gevattern waren 1) HErr Baron Renatus Carl von Senkenberg, fürstl. H. D. Regierungsrath und 2) dessen Frau Gemahlin, Anna Margaretha geb: von Rauen beyde Großeltern des Kindes. 3) Herr Friedrich von Buseck, F H D Rittmeister a la suite und 4) dessen Frau Gemahlin, Friederika geb: von Zwierlein 5) Herr Baron Carl von Senkenberg, Königl. Saardischer Hauptmann und 6) dessen Frau Gemahlin, Louisa geb: von Geißberg 7) Herr Christian Freyherr von Kothen (?) 8) Item Friedrich Tushem (?) F H D Hofrath 9) Frau Geh: Räthin Lucretia Mollenbeck 10) Frau Geh: Räthin Anna Sophia Grolmann geb. von Rauen 11) Frau Geh: Räthin Louisa von Zwierlein, geb. von Buseck 12) Fräulein Ernestine von Trillitz 13) Frau Professorin Emilia Grolmann geb: von der Wall 14) Frau Carolina von Rottenhof geb: von Buseck 15) Herr Johann Jacob von Zwierlein.  Dieses Kind, welches bey der Burgkirche getauft worden, ist auf ausdrückliches Verlangen dessen Herrn Großvaters Herr Baron von Senkenberg auch in dieses Taufregister [Stadtkirche] eingetragen worden.
  • 3
    Kirchenbuch Darmstadt, Trauregister 1819-1834 S. 392
  • 4
    Strieder, hier S. 241
  • 5
    HStAD G 26 A Nr. 449/28
  • 6
    Hessische Abgeordnete, S. 37 und 79
  • 7
    HStAD G 26 A Nr. 393/3
  • 8
    Adreßbuch der Provinzial-Hauptstadt Gießen. 1868. Gießen, S. 10
  • 9
    Das Grab befindet sich in der Süd-West-Ecke des Friedhofes, nahe der Mauer zum Nahrungsberg. Auf einem alten Plan trägt es die Nr. 20 (Plan bei Wikipedia)
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