Conrad Ulmann Böcklin v. Böcklinsau
(PN 13901)

Familienübersicht auf Tafel 1 b

Vater: Wolf Friedrich Böcklin v. Böcklinsau 1den Wappen auf Conrad Ulmanns Grabstein in Rodheim-Bieber entsprechen die hier gemachten Angaben aus: Kindler von Knobloch Seite: 133Mutter: Anna Margaretha Lesch v. Mühlheim 2den Wappen auf Conrad Ulmanns Grabstein in Rodheim-Bieber entsprechen die hier gemachten Angaben aus: Kindler von Knobloch Seite: 133
Geboren: 23. Februar 1627 zu Meerburg im Elsaß 3Schmidt, S. 16-18Getauft:
Verstorben: 9. November 1704 in Gießen 4Schmidt, S. 16-18Bestattet: 14. November 1704 in Rodheim-Bieber 5Schmidt, S. 16-18
Eheschließung: 11. Januar 1660 in Gießen 6Stumpf Nr. 397
Ehepartner: Sabina Maria v. Buseck
Kinder:
Name

Geboren

Verstorben / erwähnt
Ludwig Friedrich Böcklin v. Böcklinsau~ 8. März 1661 in Gießen 7Stumpf Nr. 39718. August 1666, # in Rodheim-Bieber 8Schmidt, S. 16-18

Zur Person:

Er war Hauptmann zu Gießen, Obristwachtmeister 9Stumpf Nr. 397
Conrad Ulmann entstammte einer der bedeutendsten Familien des Straßburger Patriziats 10zur Geschichte der Familie Böcklin siehe: Landesarchiv Baden-Württemberg Bestand U 101/1 Deposita im Staatsarchiv Freiburg. Er wurde nach Angabe auf seinem Grabstein in Meerburg/Mörburg im Elsaß geboren. Hierbei sollte es sich um das seit dem 15. Jahrhundert als Lehen der Herren von Geroldseck im Familienbesitz der Böcklin befindliche Schloss Mörburg (Gde. Schutterwald, Lkr. Offenburg – süd-östlich von Straßburg) handeln, dessen Lehensträger Conrad Ulmann bis zu seinem Tode war 11Landesarchiv Baden-Württemberg Bestand U 101/1 Deposita im Staatsarchiv Freiburg.
Spätestens über die Familie seiner Mutter – Lesch von Mühlheim – ergaben sich Beziehungen zum mittelhessischen Raum. Mit dem Kauf eines Gutes in Vetzberg im Jahre 1658 scheint Conrad Ulman seinen Lebensmittelpunkt in den hiesigen Raum verlegt zu haben, wobei er sich wohl meist in Gießen aufhielt. Dort war er zuerst Hauptmann, später Obristwachtmeister. Seine Eheschließung und die Taufe des einzigen Kindes finden sich in den dortigen Kirchenbüchern.
Bestattet wurde er jedoch im Chor der Kirche von Rodheim-Bieber. Das Erbbegräbnis in der dortigen Kirche gehörte zu dem Hof in Vetzberg. Er wurde in Rodheim-Bieber, auf eigenen Wunsch, nebem seinem früh verstorbenen Sohn bestattet. Seine Witwe folgte Jahre später. 12Schmidt, S. 17-18

Belege:

1658, 23. Oktober
Kauf des Gutes zu Vetzberg durch Conrad Ulmann Böcklin von Böcklinsau mit allem Zubehör von der Witwe Maria Elisabetha Lesch von Mühlheim geb. Wolfskehl zu Vetzberg mit Zustimmung ihrer verwitweten Schwägerin Felicitas Agnes Wolfskehl zu Vetzberg geb. Lesch von Mühlheim.
LHAK, Bestand 54, B 170, 1658 Oktober 23

1662-1666
Erbschaftsstreit zwischen Johann Balthasar Lesch von Mühlheim und Conrad Ulmann Böcklin von Böcklinsau wegen dem Troher, Altenberger und Stühlen-Hof zu Krofdorf
HHStAW Abt. 166/167 Nr. 2731, Regest nach arcinsys.hessen.de 

1665, Mai 24, Großen-Buseck
Kaspar Friedrich v. Dernbach, Rittmeister, und Ulman Böcklin v. Böcklinsau bekunden: Sie können auf dem dafür angesetzten Tag zur Aufnahme in die Ganerbschaft Buseckertal eidlich bezeugen, dass Johann Philipp v. Buseck, Sohn des verstorbenen Ulrich Eberhard, von seinem Vater her edel, zum Schild und Helm geboren ist. Die Beschwörung der Burgfriedensbriefe soll bis zur Erlangung der Volljährigkeit aufgeschoben werden.
HStAD F 28 Nr. 131 Bl. 10 – 10v, Regest nach arcinsys.hessen.de 

(1620-)1669-1709
Ansprüche des Kaspar Friedrich v. Dernbach und des Conrad Ulmann Böcklin v. Böcklinsau auf die Lehen der v. Buseck gen. Rüsser
HStAD E 14 G Nr. 26/1 Mo, Regest nach arcinsys.hessen.de 

1675, September 4
Bürger zu Gießen (für Hauptmann Conrad Ulmann Böckel v. Böcklinsau u. Ehefrau Sabina Maria geb. v. Buseck)
lt. Nachlass Knetsch (S. 605) im HStAM M 28, HStAD A 3 L. Gießen 1675, Sept. 4, neu A 3 Nr. 123/289

1685
Soldat im Rang eines Obristwachtmeisters
HStAD E 12 Nr. 64/3 (neu)

1686
Conrad Ulmann Böcklin von Böcklinsau errichtet ein Testament.
Abschrift: Universitätsbibliothek Gießen, HS 416a, Mappe I, fol. 351-356

1693
A: Friedrich Ludwig v. Schwalbach und Ehefrau [Anna Maria] geb. v. Dernbach und hess.-darmst. Obristwachtmeister [Conrad Ulmann] Böckel v. Böcklinsau und Ehefrau [Sabina Maria] geb. v. Buseck
lt. Nachlass Knetsch (S. 607) im HStAM M 28, HStAD A 3 L. Gießen [1693 Fragment], wohl A 3 Nr. 123/30x

1694, April 23
Pergamenturkunde über den Verkauf des Schwalbachischen Zehnten im Neustätter Feld vor Gießen bei Heuchelheim … zwischen Friedrich Ludwig von Schwalbach, Burgmann zu Gießen und Anna Maria von Schwalbach geb. von Dernbach und Conrad Ulmann Böcklin von Böcklinsau, hessen-darmstädtischer Obristwachtmeister und Sabine Marie Böcklin geb. von Buseck vom 23. April 1694
HStAD A 3 Nr. 156/20, Regest nach arcinsys.hessen.de 

1694, April 23
Friedrich Ludwig von Schwalbach, Burgmann zu Gießen, und seine Frau Anna Maria, geb. von Dernbach, verkaufen an Conrad Ulmann Böcklin von Böcklinsau, hessen-darmstädt. Obristwachtmeister, und dessen Frau Maria Sabina, geb. von Buseck, ihre erbeigenen Zehnten von Gießen im Neustädter Feld gegen Heuchelheim, ¾ Morgen Wiesen im Motzenbach auf der Gießer Au und ihren Anteil am Zehnten zu Langgöns, wovon sie jährlich 15 Achtel Korn durch ihren zehntbeständer liefern lassen wollen für 2400 Reichstaler auf Wiederkauf.
HHStAW Abt. 121 Urk v. Schwalbach

posthum
(1628-) 1724-1725 (-1741)
Der verstorbene Conrad Ulmann Boeckel von Boecklingsau (Böcklin von Böcklinsau), Oberstwachtmeister, jetzt Helena Louisa von Senfft zu Pilsach geb. von Dachröda, Gießen, gegen Carl August Fürst zu Nassau-Weilburg, Gemeinde Vetzberg:
Anspruch auf Vervollständigung der Prozeßakten des Appellationsprozesses Boeckel gegen Vetzberg, der wegen der Flucht des RKG aus Speyer nicht beendet worden war und dessen Prozeßakten in der Unordnung der Flucht verlorengegagen waren, dann Anspruch auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, Anspruch auf Feststellung, dass die Kl. als Inhaberin der durch Erbgang und Kauf auf sie übergegangenen freiadligen Güter des verstorbenen Boeckel im Burgfrieden von Vetzberg weder für die während der Verwaltung der Güter durch Bauern und Bürger aufgelaufenen Zinsen noch für das Medum haftbar ist, noch jetzt, da sie die Güter selbst innehat, zu solchen Leistungen herangezogen werden darf, Anspruch auf Ersatz aller Kosten und Schäden
HHStAW Abt. 1 Nr. 2807, Regest nach arcinsys.hessen.de 


Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
HHStAW = Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
LHAK = Landeshauptarchiv Koblenz
Landesarchiv Baden-Württemberg
Universitätsbibliothek Gießen
arcinsys.hessen.de 

Literatur:
Julius Kindler von Knobloch, Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A – Ha, Heidelberg, 1898 Seite: 133
Andreas Schmidt, Die Grabdenkmäler der Renaissance und des Barock in der Kirche und auf dem Friedhof in Rodheim an der Bieber, Biebertal 2008
Otto Stumpf, Das Giessener Familienbuch, Gießen 1974


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    den Wappen auf Conrad Ulmanns Grabstein in Rodheim-Bieber entsprechen die hier gemachten Angaben aus: Kindler von Knobloch Seite: 133
  • 2
    den Wappen auf Conrad Ulmanns Grabstein in Rodheim-Bieber entsprechen die hier gemachten Angaben aus: Kindler von Knobloch Seite: 133
  • 3
    Schmidt, S. 16-18
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    Schmidt, S. 16-18
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    Schmidt, S. 16-18
  • 6
    Stumpf Nr. 397
  • 7
    Stumpf Nr. 397
  • 8
    Schmidt, S. 16-18
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    Stumpf Nr. 397
  • 10
    zur Geschichte der Familie Böcklin siehe: Landesarchiv Baden-Württemberg Bestand U 101/1 Deposita im Staatsarchiv Freiburg
  • 11
    Landesarchiv Baden-Württemberg Bestand U 101/1 Deposita im Staatsarchiv Freiburg
  • 12
    Schmidt, S. 17-18
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