Gilbrecht v. Buseck
(PN 2014)

Familienübersicht auf Tafel 2 b

Vater: Walther v. BuseckMutter: Hildegard v. Buseck gen. Brand
Geboren: Getauft:
erwähnt: von 1482 bis
Verstorben: 27. April 1526Bestattet:

Zur Person:

Domherr in Mainz

Belege:

1501, März 20
Potentiana („Phatz“) von Schönborn, Äbtissin, und der Konvent des Klosters St. Klara in Mainz („Meintz“), die Gerhart Schultheiß, ihrem Dienstmann, des Klosters Hof in Drais („Dreyss“) auf zehn Jahre um 50 Malter Korn jählicher Pacht verliehen gehabt, verleihen auf Bitten „Clesen“, des Sohnes des Verstorbenen, diesem den Hof auf acht Jahre. Bedingungen: – 1) Jahresgült 50 Malter Korn Mainzer („Menntzer“) Maß, zu liefern nach Weisung des Klosters zwischen Mariä Himmelfahrt und Geburt. – 2) Dafür nutzt der Hofmann den Hof, den „Cappesgarten“, den Garten gegenüber dem Hof und „Steffans“ Garten, dabei die „bannt weyden“ stehen. Die Weiden soll er für das Kloster hegen und die Gerten und Stecken im Klosterwald hauen; dem Kloster soll der Backhausgarten bleiben, wofür der Beständer 1/2 Malter Korn weniger geben muss. – 3) Das Kloster gibt dem Hofmann zwei „zopffweyden“, die im Herbst geschnitten sind, ferner jährlich 2 Morgen Wald, wofür der Hofmann den Klosterwald zu hegen hat. – 4) Der Hofmann leistet für das Kloster alle Dienste dem Erzbischof. – 5) Er stellt dem Kloster im Herbst einen Wagen mit vier Pferden und zwei Knechte; das Kloster gibt während des Dienstes den Knechten Essen und Trinken und den Pferden täglich 1/2 Malter „Haber“, auch Heu und Häcksel nach Herkommen; was den Pferden an Eisen, Wagen oder Geschirr abgeht, soll der Hofmann machen lassen. Wenn aber der Hofmann im Herbst nach Olm („Olme“) mit zwei Pferden und einem Knecht dienen muss, soll er dem Kloster zu dieser Zeit zwei Pferde und einen Knecht stellen. – 6) Die Nüsse gehören halb dem Kloster, halb dem Hofmann; will sie der Klostermeister verpachten, hat der Hofmann das erste Anrecht darauf; verpachtet man sie nicht, soll sie der Hofmann „lassen swingen“; doch soll man zur Ernte und Austeilung einen vom Kloster schicken. Den Anteil des Klosters soll der Hofmann alsbald nach Mainz („Meintz“) liefern. – 7) Die Äcker, die mit Korn, „Haber“ und Weizen besät sind und dem verstorbenen Hofmann mit der „schare“ und „blumen“ geliefert gewesen sind, sind: 5 Morgen an dem Finther („Fünther“) Feld, 1 1/2 Morgen dabei, 12 Morgen in den Sechzehn, 11 Morgen bei dem Finther („bey dem Fünther“) „Beld“, 18 Morgen dabei, 2 Morgen an dem Finther Feld („Fünther feld“), 1 1/2 Morgen dabei, die 2 kurzen Morgen, 5 Morgen an dem „Schierstein“, 5 Morgen „vff dem Stumpff“, 9 Morgen „bey den Ewebaumen“. – Die Morgen mit Weizen: 2 Morgen „vff dem stumpff“, 4 Morgen bei der Kirche („bey der kirchen“). – Im ganzen 78 Morgen mit Korn und Weizen besät. – Die „Haberäcker“: 12 Morgen „bey den Ewebaumen“, 10 Morgen stoßen darauf, 1 Morgen unten daran, 1 1/2 Morgen hinter dem Backhaus, 1 1/2 Morgen mit Wicken hinter dem Backhaus, 4 Morgen mit Linsen in den sechzehn Morgen – im ganzen 30 Morgen mit „Haber“, Wicken und Linsen besät. – 8) Sollte der Hofmann bei seinem Weggang mehr Äcker besät haben, als er erhalten hat, sollen ihn 2/3 der Frucht davon bleiben. Alles Futter soll im Hof bleiben. Der Hofmann soll kein Gestreu und keinen Mist veräussern, ausser ans Kloster. – 9) Dem Hofmann sind geliefert worden: 4 Wagenpferde für 29 fl., 4 Graspferde für 12 fl., 2 Kühe für 5 fl. (stets Schätzungswert), 5 „mocken“ Mutterschweine, 14 „leyffing“ Laufschweine und 28 „fercken“ (Ferkel), geschätzt auf 15 fl., 2 Wagen mit 8 beschlagenen Rädern, Eisenschienen und Ringen zu 2 Rädern, 2 „kastenhurde“, 1 „stockdilen“ und 2 Heuleitern, 4 „misthurde“, 2 „wynbaum“ und 2 „wynryde“ und ein Schemel, 4 Streckketten, 1 Hemmkette, 1 Bindkette, 2 Schemelnägel, 2 Schurznägel, 2 Wagennägel, 4 „lonschen“, davon 2 mit Ringen und 2 mit „lonen“, 1 Wagentuch, 1 Wagenseil, 1 „karntrag“, 2 Hinterwagen (ein Wagen mit „Krappen“ (= Haken)), ein Vorderwagen mit Ketten, 3 Mistgabeln, eine Heugabel und 2 „Mistkrappen“, alles geschätzt auf 13 fl., – ferner 2 Pflüge mit Geschirr (Räder und Zugbaum), mit Eisen beschlagen, 2 „segche“, 4 Scharen, 4 Pflugzüge, 1 Pflug und „ein genndigk“, 3 eiserne „schelnegel“, 2 Hinterwägen an den Pflug mit Eisenketten, 2 Vorderpflugswägen, auch mit Ketten, 2 Vorderpflugswägen mit Kloben, eine Egge, alles geschätzt auf 6 fl. – Auch ist im Hof ein großer Kessel, der 3 Pfund 16 Schillinge 3 Heller gekostet hat, der ebenfalls ans Kloster zurückgehen soll, ein „drennerbrock“ und ein Eimer, 2 Streckketten und ein Eimer am Brunnen, 20 Hühner und 1 Hahn, alles von dem Hofmann auf dem Hof zu belassen. – Alles Genannte ist zusammen auf 80 fl. geschätzt. Nach Ablauf der acht Jahre sollen die Stücke neugeschätzt und eingetretene Besserung dem Hofmann vergütet, eingetretene Minderung von ihm ersetzt werden. – Die „wenner“, die die Schätzung durchgeführt haben, sind: Vom Kloster: Jeckel Wolff, Schultheiß zu Zornheim („Zornheym“), und „Scholhenn“, Schultheiß zu Ebersheim („Eberssheym“); vom Hofmann: „Nybols Jeckel“ und „Heintz Frölich“ von Finthen („Fünthen“). – 10) Der Hofmann soll im letzten Jahr kein Vieh veräußern, außer das Kloster sei zuvor bezahlt und sichergestellt; er soll auch vor seinem Abgang den Bau „beforchen“ („befruchtigen“). – 11) Die herrschenden Streitigkeiten zwischen dem Kloster und dem Hofmann werden durch die Schiedsleute (vom Kloster) Dr. Georg Schrauff, Schultheiß des weltlichen Gerichts zu Mainz („Meintz“), „Philipsen von Riedelnheym“, Burggraf zu St. Martinsburg daselbst, und Henn von Bellersheim, Baumeister der Stadt Mainz („Meinz“), (vom Hofmann) Herrn „Gilbrechten“ von Buseck („Busseck“), Domherrn zu Mainz („Meintz“), und Wilhelm Juden, Amtmann zu Wiesbaden („Wiessbaden“)) folgendermaßen verglichen: – a) Die gegenseitigen Forderungen werden dem Schiedsspruch des Erzbischofs unterstellt; was darnach der Hofmann dem Kloster ersetzen soll, hat er von Jahr zu Jahr zu zahlen, nämlich 10 Malter Korn; das neue Guthaben des Klosters (6 fl., 10 Malter Korn und 10 Säck „Haber“) soll er in 8 Jahren abzahlen. Die sonstigen gegenseitigen Forderungen sollen gegenseitig aufgehoben sein. – b) Bei Landschaden (Hagel usw.) soll der Hofmann nach Spruch ehrbarer Leute eine geringere Pacht zahlen. – c) Wegen der fünf Dienste, die er jährlich dem Kloster zu leisten hat, soll er ziemlich und nicht zu ungelegener Zeit gehalten werden. – d) Die Ziegel liefert das Kloster, der Hofmann muss das Strohdach machen; an andern Bauten soll das Kloster die Taglöhner und der Hofmann die Verköstigung bestreiten. – e) Brennt der Hof durch eigene Schuld des Hofmanns (d.h. nicht durch Fehde oder Flugfeuer) ab, hat ihn der Hofmann auf eigene Kosten wieder aufzubauen, sonst das Kloster. – Der Hofmann stellt als Bürgen und Selbstschuldner seine Brüder „Gerharts Jeckeln“ und „Gerharts Philipsen“ zu Finthen („Fünthen“). – (7) S. Äbtissin, Kloster und die Schiedsleute. – Dem Kloster und dem Hofmann wird je ein Exemplar dieser Urkunde übergeben. – „Vff sambstag nach dem sonntag Oculi a.d. millesimo quingentesimo primo“.
Stadtarchiv Mainz, U / 1501 März 20

1512, Juli 29
Gilbrecht v. Buseck, Domherr in Mainz, Amtmann, Jacob Gans, Schultheiß, Henne Jung und Peter Menne, Goldschmied, Schöffen in Bingen, entscheiden als Schiedsrichter im Streit zwischen Adelheid von Ottenstein, Äbtissin und dem Konvent des Klosters Rupertsberg gegen die Gemeinde Weiler über die Belastung des Klosterhofs in Weiler mit Frondiensten, Bede und anderen Steuern.
es siegelt: Gilbrecht v. Buseck (hängt an) und Jakob Gans (hängt in Resten an)
Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 164 Urkunde 150

1518 Februar 1
Das Mainzer Domkapitel verständigt sich mit dem Domdekan Lorenz Truchseß von Pommersfelden hinsichtlich einer Austragung der Bierstadter Streitsache mit Graf Philipp von Nassau vor dem erzbischöflichen Hofgericht. Siegler: Aussteller mit dem Sekretsiegel.
[Postscriptum 2] Pfalzgraf Ludwig hat seine Vermittlung angeboten in den Auseinandersetzungen zwischen den Rheingrafen und dem domkapitelischen Bingen, wovon besonders der Mitdomherr Gilbrecht von Buseck betroffen ist
HHStAW Bestand 137 Nr. U 262

1519
Gnadengesuch für den in Nidda inhaftierten Melchior von Langsdorf durch die beiden Domherren in Mainz Gelbracht von Buchseck und Kaspar Rau, Georg Eberhard Löwe von Steinfurth, Marsilius Gottfried von Reifenburg, Ludwig Groschlag, Heinrich von Muschenheim, Friedrich von Stockheim Viztum im Rheingau, Arnold Hans von Hochweisel, Rudolf Johann Brendel von Homburg, Kunz Reinhard Gayling, Antonius („Donges“) und Dietrich Schütz von Holzhausen, Philipp Freier von Dehrn, Johann von Eltz, Johann von Langeln, Dietrich vom Stein, Johann von Wallendorff, Wolf von Uben, Johann von Hatzstein, Melchior von Lauerbach, Friederich (von) Greiffenklau, Dieter und Philipp von Buches, Johann Brömscher, Dietrich Knebel, Georg und Johann von Breidenbach sowie Werner und Wiederhold von Stockheim
HStAM 17 d Nr. von Langsdorf 1  Regest nach arcinsys.hessen.de


Quellen:
arcinsys.hessen.de
HHStAW = Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
Landeshauptarchiv Koblenz
Stadtarchiv Mainz

Literatur:


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