Constantin Friedrich Conrad Ernst v. Buseck gen. Brand
„Bernhard“
(PN 2033)

Familienübersicht auf Tafel 2 c

Vater: Georg Ludwig v. BuseckMutter: Helena Lowisa v. Buseck
Geboren: 28. Januar 1715 in Alten-BuseckGetauft: 02. Februar 1715 in Alten-Buseck 1Paten lt. Staatsarchiv Augsburg Fürststift Kempten Archiv A 85: der Durchlauchtigste Fürst von Fulda [das wäre Konstantin von Buttlar], Durchlauchtigster Fürst von Würzburg [das wäre Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths], den Hochwohlgeborenen Herrn Capitain von Senfft, die Hochwohlgeborene Frau Luysa von Dernbach geb. v. Breidenstein, die hochwohl geborene Frl. Eleonora v. Breidenstein
Verstorben: 11. Juni 1789 2Staatsarchiv Augsburg Fürststift Kempten Archiv A 85, DeckblattBestattet:

Zur Person:

Titel: Dom-Capitular zu Kempten und Cammer-Praesident
Bernhard v. Buseck wurde 1715 in Alten-Buseck, wie im hiesigen Raum üblich, evangelisch getauft. Was mag ihn bewogen haben zum katholischen Glauben zu konvertieren?
Betrachten wir Glaubenswechsel in der Gesellschaft, so steckt nicht immer die feste und absolute Überzeugung dahinter, dass der neu angenommene Glaube der einzig Wahre sei. Ganz profan wurde zu seiner Zeit ein Glaubenswechsel häufig einfach durch die Möglichkeit seinen Lebensunterhalt zu sichern, oder Karriere zu machen, in Erwägung gezogen.
Die Situation in Alten-Buseck war schwierig für Bernhard und seine Brüder. Hierzu müssen wir etwas in die Geschichte zurückblicken. Der Großvater Johann Friedrich Philipp v. Buseck hatte bei seinem Tod 1696 hohe Schulden hinterlassen. Ob er sie verursachte, oder ebenfalls „geerbt“ hatte und diese der Grund waren, warum Johann Friedrich Philipp bereits kurz nach seiner Heirat sein Gut in Beuern verkaufte, wissen wir nicht. Hier begann bereits eine Dezimierung der ehemals umfangreichen Besitztümer. Johann Friedrich Philipps Söhne waren beim Tod des Vaters zwischen 23 und 9 Jahre alt. Sie mussten nun nicht nur die väterlichen Schulden tilgen, sondern auch die verwitwete Mutter versorgen und die Brandsburg unterhalten. Die Verantwortung lag auf den Schultern des ältesten Sohnes Georg Ludwig – Bernhards Vater – der für die jüngeren Brüder wohl auch Vaterersatz sein musste. Eine Vermögensaufstellung aus dem Jahr 1698 zeigt, dass der Wert des Erbes hauptsächlich in den Ländereien lag. Vom Gesamtvermögen von 12.000 Gulden, entfielen lediglich 2.900 Gulden auf den Hausbesitz. Zur Tilgung der väterlichen Schulden musste Georg Ludwig aber gerade die Ländereien und Teile der Einkünfte von Zehnten versetzen. Ihm blieb ein „sehr altes baufälliges Wohnhauß, Hofraith und einige gärthen, sambt sein antheil an der Ganerbschaft“. Bei seiner Hochzeit im selben Jahr wurde eine Erbteilung mit den Brüdern vorgenommen. Georg Ludwig hatte somit wenig Möglichkeiten aus dem Landbesitz Einkünfte zu beziehen. Wie sein Vater war er nun hochverschuldet.
Während Georg Ludwig für den Unterhalt der Familie und der Brandsburg kämpfte konnten seine Brüder unbelasteter ins Leben starten. Bernhard konvertierte und machte Karriere im Stift Kempten 

Gemälde von "Bernhard" Constantin Friedrich Conrad Ernst v. Buseck gen. Brand
Gemälde von „Bernhard“ Constantin Friedrich Conrad Ernst v. Buseck gen. Brand.
(c) ?

Belege:

1734-1789
Bernhard Freiherr von Buseck, genannt Brand (Profeß: 24. Juni 1736)
(ca. 80 Bl.)
StAA Fürststift Kempten Archiv A 85
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998


1741 Oktober 13, Augsburg
Die Kurfürsten Herzog Karl Albrecht von Bayern [der spätere Kaiser Karl VII.] und Pfalzgraf Karl Philipp bei Rhein, beide als Inhaber des gemeinsamen Reichsvikariats, bekunden: Amandus, Ernst Johann Philipp Hartmann, zugleich für Wilhelm Ernst und Moritz, die minderjährigen Kinder des verstorbenen Georg Ludwig, sodann Christian Ludwig, Vinzenz, Bernhard Friedrich Ludwig, Johann Christoph, Johann Moritz, Georg Wilhelm und Friedrich Adolf, Gebrüder bzw. Vettern, sämtlich Vierer und Ganerben zu Buseck, haben darum gebeten, das Buseckertal als Reichslehen zu erneuern. Aufgrund dieser Bitte haben sie als Reichsvikare dieses Lehen, das sie zuletzt mit Lehnsbrief von 1717 Dezember 24 von Kaiser Karl VI. erhalten haben erneuert. Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck hat im Namen der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Johann Nicolaus Faber, Frantz Bernardi manu propria
HStAD B 14 Nr. 133
Regest nach arcinsys.hessen.de


1741 Oktober 13/1742 Januar 17
Die Kurfürsten Herzog Karl Albrecht von Bayern [der spätere Kaiser Karl VII.] und Pfalzgraf Karl Philipp bei Rhein, beide als Inhaber des gemeinsamen Reichsvikariats, bekunden: Amandus, Ernst Johann Philipp Hartmann, zugleich für Wilhelm Ernst und Moritz, die minderjährigen Kinder des verstorbenen Georg Ludwig, sodann Christian Ludwig, Vinzenz, Bernhard Friedrich Ludwig, Johann Christoph, Johann Moritz, Georg Wilhelm und Friedrich Adolf, Gebrüder bzw. Vettern, sämtlich Vierer und Ganerben zu Buseck, haben darum gebeten, das Buseckertal als Reichslehen zu erneuern. Aufgrund dieser Bitte haben sie als Reichsvikare dieses Lehen, das sie zuletzt mit Lehnsbrief von 1717 Dezember 24 von Kaiser Karl VI. erhalten haben  erneuert. Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck hat im Namen der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Johann Nicolaus Faber, Frantz Bernardi manu propria. – Die Kurfürsten Herzog Karl Albrecht von Bayern [der spätere Kaiser Karl VII.] und Pfalzgraf Karl Philipp bei Rhein, beide als Inhaber des gemeinsamen Reichsvikariats, bekunden: Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck hat, zugleich namens seiner Mitganerben und Lehnsleute v. Buseck, um die Bestätigung des folgenden Privilegienbriefs gebeten: [es folgt wörtlich der Schutzbrief Kaiser Karls V. von 1547 September 30]. Nachdem schon die verstorbenen Kaiser Maximilian II., Rudolf II., Ferdinand II., Joseph I. und Karl VI. diesen Schutzbrief bestätigt haben, haben nun auch sie, die Aussteller, aufgrund dessen die Ganerben v. Buseck in ihren Schutz und Schirm genommen, mit dem Gebot an alle Stände und Amtsträger des Reiches, sich daran zu halten. – Kanzleivermerk: Johann Nicolaus Faber. Frantz Bernardi manu propria
HStAD B 14 Nr. 129
Regest nach arcinsys.hessen.de


1742 Februar 12, Großen-Buseck
Christian Ludwig v. Buseck, Vincentius Brand v. Buseck, Bernhard Brand v. Buseck, Johann Friedrich Brand v. Buseck, Friedrich Adolf v. Buseck und Friedrich Wilhelm Brand v. Buseck bekunden: Sie haben in ihrem vor dem Reichshofrat anhängigen Prozess gegen den Landgrafen [Ludwig VIII.] v. Hessen-Darmstadt, in dem auch die Mittelrheinische Reichsritterschaft interveniert hat, und in dem es um die Aufrechterhaltung der von König Sigmund 1421 erteilten Privilegien geht, dem Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck Vollmacht erteilt, ihre Interessen wahrzunehmen.
HStAD F 28 Nr. 22
Regest nach arcinsys.hessen.de


1752
Als Ihro Hochwürden H. Vetter von Buseck Capitular und Cammer Prasident zu Kempten Pate bei Carl Bernhard Ernst Christian Ludwig v. Buseck

1757, Nov. 5
Hofkammerpräsident Frhr. v. Buseck an Hofkammerrat Springer
HStAA Fürststift Kempten Archiv B 327
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998


1760
„Stift-kemptische Hoheit“ (Sammlung der Aufschwörungen der Kapitulare des Stifts Kempten, jeweils mit biographischen und genealogischen Nachrichten), bearbeitet von Bernhard Freiherr von Buseck OSB, Band I: Aufschwörungen der Jahre 1472 bis 1649
Die Hochheit Des Hochfürstl. Hochstiffts Kempten, daß ist Vollständige Probe der Ahnen unverfälschter Adelicher Famillen, welche auf dem Hochfürstl. Stifft Kempten von Anno 1472 biß dahero angenohmmen und aufgeschworen worden, Nach lang angewändter Zeit, mit allmöglichem Fleiß verfasßet und Zusammen getragen Durch Bernardum von Buseck genandt Brand, gemelten Hochfürstl. Stiffts Kempten Capitularn &c. Nach Ordnung deren Professionen und Aufschwöhrungen gesezet wie nicht weniger Mit einer Vor- und Anred, item mit dem Blason und gemahlten Wappen, sodan mit einem
vollständigen Register versechen. Erster Theil 1760.
StAA Fürststift Kempten Archiv B 1418
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998


1760
„Stift-kemptische Hoheit“ (Sammlung der Aufschwörungen der Kapitulare des Stifts Kempten, jeweils mit biographischen und genealogischen Nachrichten), bearbeitet von Bernhard Freiherr von Buseck OSB Stifft Kemptischer Hochheit Zweyter Theil
StAA Fürststift Kempten Archiv B 1419
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998

1760-1768
„Stift-kemptische Hoheit“ (Sammlung der Aufschwörungen der Kapitulare des B 1420 Stifts Kempten, jeweils mit biographischen und genealogischen Nachrichten), bearbeitet von Bernhard Freiherr von Buseck OSB Stifft Kemptischer Hochheit Dritter Theil
StAA Fürststift Kempten Archiv B 1420
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998


1761
„Hochfürstlich-stift-kemptischer Fürstensaal“ (Wappen und Lebensbeschreibungen sämtlicher Fürstäbte von Kempten), bearbeitet von Bernhard
Freiherr von Buseck OSB Hochfürstlich-Stift-Kemptischer Fürsten Saal, In welchem die Wappen, Wahl- und Sterb-Täg aller dahier Von Anno 773 Biß ad Annum 1761 Regierender Fürsten und Landes-Herren Endthalten seyndt, Wobey dasjenige, so unter Jeder Regierung Merckhwürdiges geschehen, angemerckhet wird. Mit All-möglichem Fleiß und Vieler Arbeit verfasßet und mit beygesetztem Register zusammen getragen Durch Bernardum
Freyherrn Von Buseck, genannt Brandt, des Hochfürstlichen Stifts Kempten Capitularen
und Cammer-Praesidenten
StAA Fürststift Kempten Archiv B 1417
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998

1761
„Stift-kemptische Hoheit“ (Sammlung der Aufschwörungen der Kapitulare des Stifts Kempten, jeweils mit biographischen und genealogischen Nachrichten), bearbeitet von Bernhard Freiherr von Buseck OSB
Supplementum Der Im Jahr 1761 Herausgegebenen so benahmten Hoheit Deß Hochfürstl. Stiffts Kempten, Worinnen alls Herren Con-Capitularen, Derer Agnaten eintweeder gar abgängig oder incomplet, oder die Profession, aufschwörung und Rang ohnbewusst, angemerckhet seindt. Mit beygefügten Einfachen Register, so wohl von allen allhier gewesenen Capitular-Herren und Professen, als auch Von allen derer in unserem gantzen werckh befindtlichen Proben in Richtiger Ordnung Verfasset und Vorgestellet von Bernard Freyherren von Buseck, genant Brandt, Deß Hochfürstlichen Stiffts Kempten Capitular und Cammer Praesidenten &c.
StAA Fürststift Kempten Archiv B 1421
Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten Archiv, 1998


1786
Dom Capitul zu Kempten: Bernhard, Frh. von Buseck gen. Brand
Europäisches genealogisches Handbuch, S. 271


Quellen:

Literatur:
Christian Friedrich Jacobi, Gottlob Friedrich Krebel: Europäisches genealogisches Handbuch: in welchem die neuesten Nachrichten … 1786


  • 1
    Paten lt. Staatsarchiv Augsburg Fürststift Kempten Archiv A 85: der Durchlauchtigste Fürst von Fulda [das wäre Konstantin von Buttlar], Durchlauchtigster Fürst von Würzburg [das wäre Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths], den Hochwohlgeborenen Herrn Capitain von Senfft, die Hochwohlgeborene Frau Luysa von Dernbach geb. v. Breidenstein, die hochwohl geborene Frl. Eleonora v. Breidenstein
  • 2
    Staatsarchiv Augsburg Fürststift Kempten Archiv A 85, Deckblatt
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