Zu den Mühlen des Klosters Wirberg

In den Originalquellen finden sich bisher zwei Mühlen im Besitz des Klosters Wirberg. Diese kamen nach der Reformation zuerst an die Universität Marburg, später an die Universität Gießen. Es handelt sich um ein in der Rechnungslegung der Universität Gießen erwähntes molln gutt in Reiskirchen – der Helgenmühle – und um eine Mühle in Großen-Buseck gen. Rübsamen Mühle. Hierbei handelt es sich um die heutige Weißmühle.

Aus dem Ende des 16. Jahrhunderts gibt es einen Brief des Rektors der Universität Marburg der von drei Mühlen des Klosters Wirberg im Busecker Tal spricht 1HStAD E 10 Nr. 2066; Blattstempel 16.
In einer Akte von 1594 wegen eines Streites um die Spitzmühle 2HStAD E 10 Nr. 2066 wird diese in einem Schreiben der Busecker Ganerben von 1581 als „der Universität zinßbar“ erwähnt.

In einem undatierten Schreiben dieser Akte nennt der Rektor der Marburger Universität die Müller der drei Mühlen. Es handelt sich um
Balzer Becker 3Balzer Becker taucht um 1580 als Müller der Dorfmühle in Beuern auf – diese stammt jedoch aus Arnsburger Besitz – UniA GI Allg. Nr. 581
Matthes Molnarzt zu Beuern
4ein Heinrich Molenarzt taucht um 1580 als Müller der Neumühle bei Beuern auf – UniA GI Allg. Nr. 581
Peter Müller
5ein Peter Moller (von Lohr) taucht um 1580 als Müller der Schlittenbergsmühle auf – diese stammt jedoch aus Arnsburger Besitz – UniA GI Allg. Nr. 582
alle drei haben die (ungenannten) Mühlen zur Landsiedelleihe. 6HStAD E 10 Nr. 2066; Blattstempel 12

Auf diese Akte bezieht sich das Staatsarchiv Darmstadt 7Schreiben 1927 in seinem Schreiben an Wilhelm Arnold V. und stellt fest: „Wirberg besaß im Busecker Tal drei Mühlen; als Inhaber werden uns um 1580 (als sie bereits der Universität gehörten) genannt: Balzer Becker, Matthes Molenarzt von Beuern und Peter Müller von Buseck. Der letztere war der Spitzmüller.

Dies ist der einzige Hinweis auf drei Mühlen der Wirberger – und eventuell wußte der Rektor nicht mehr ob sie vom Kloster Wirberg alleine, oder auch von den Arnsburgern und damit später von den Antonitern kamen. Beide Klöster werden in dem Schreiben des Rektors nicht genannt. Wirberg könnte hier als Synonym für Klostermühlen stehen.
Jedoch steht dem wiederum die Tatsache entgegen, dass zu diesem Zeitpunkt in den Rechnungslegungen der Universität andere und weitere Mühlen auftauchen.
Wie oben erwähnt gehörte die Helgenmühle in Reiskirchen eins dem Kloster Wirberg, genauso die Weißmühle in Großen-Buseck.
Das Schreiben des Rektor der Marburger Universität verweist auf die Dorfmühle in Beuern, die aus Arnsburger Besitz, nicht Wirberger kommt. Zudem führt er den Müller der Spitzmühle an, die ebenfalls zuvor Arnsburger Besitz war.
Die Nennung des Müllers Matthes Molenarzt für Beuern ist etwas diffiziel. Die Universitätsrechnungen nennen uns zu der Zeit einen Heinrich Molenarzt – der auf einem Stückchen Land, auf ehemals Arnsburger Besitz – eine Mühle erbaut hat. Hier ist nur der Grund und Boden Arnsburg gewesen, nicht die Mühle. Mühle und Land befinden sich später im Besitz der Familie v. Buseck gen. Münch – was stark auf die Neumühle in Beuern hindeutet.

Wir haben hier Originalquellen, deren Aussagen voneinander abweichen.


Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
Schreiben des Staatsarchivs Darmstadt an Wilhelm Arnold V. in Beuern vom 17. Dezember 1927

Literatur:


  • 1
    HStAD E 10 Nr. 2066; Blattstempel 16
  • 2
    HStAD E 10 Nr. 2066
  • 3
    Balzer Becker taucht um 1580 als Müller der Dorfmühle in Beuern auf – diese stammt jedoch aus Arnsburger Besitz – UniA GI Allg. Nr. 581
  • 4
    ein Heinrich Molenarzt taucht um 1580 als Müller der Neumühle bei Beuern auf – UniA GI Allg. Nr. 581
  • 5
    ein Peter Moller (von Lohr) taucht um 1580 als Müller der Schlittenbergsmühle auf – diese stammt jedoch aus Arnsburger Besitz – UniA GI Allg. Nr. 582
  • 6
    HStAD E 10 Nr. 2066; Blattstempel 12
  • 7
    Schreiben 1927
Nach oben scrollen