Wüstungen im Bußecker Tal

von Lehramtsaspirant Wilhelm Lindenstruth in Beuern
Nachdruck aus Quartalblätter des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, NF 4/1910 Seite 502-506
hier nur der Abschnitt zu Wolfshausen S. 506

Der gedruckte Artikel beschäftigt sich mit mehreren Wüstungen. Wir haben die Angaben zu Wolfshausen herausgetrennt. Den kompletten Artikel können Sie als PDF hier herunterladen.

W o l f s h a u s ( e n ).  Das Arnsburger Register von 1489-91 führt auf unter Buchsegk, Bl. 14b: dry fiertel in dem Wolffs hüß, item eyne halben morgen in dem Wolffs huß, Bl. 15a unten (in dem durchgestrichenen Absatz): Zcwene morgen am Wols husz. Die Rechnung Gelt, Zins, Frucht usw. von 1557 nennt einen „acker im Wolfshause“. – Daß hier ebenfalls eine vormalige Siedelung vorliegt, beweist wieder die Endung -haus, obgleich auch hier die Art der Benennung es ungewiß läßt, ob diese Siedelung damals noch bestand. Die Einzahl von haus weist vielleicht darauf hin, daß wir es mit einem Einzelhof zu tun haben, doch ist zu beachten, daß sich mehrfach Dorfnamen auf -haus finden 1 W e i g a n d, S. 317; A r n o l d, Ansiedlungen u. Wanderungen deutscher Stämme, s. 390; S c h o o f, Schwälmer Ortsnamen, in Hess. Blätter f. Volkskunde VIII, S. 35, und daß der alte Name heute als Flurbezeichnung im Volksmund (amtlich ist er nicht mehr im Gebrauch) in der Form „hinner W[uo!]lfshause“ (> hinter Wolfshausen) lebt. Die Lage dieses Gewannes südöstlich von Großen-Buseck gibt eine Hindeutung auf die ungefähre Stätte des ehemaligen Wohnplatzes. Der Name ist so viel wie „zu dem Hause (den Häusern) Wolfs“. 2 Dieser altdeutsche Personenname liegt wohl auch in folgenden Flurnamen des Tals vor: 1489-1491 under der Wolffshecken (Arnsb. Register unter Buchsegk, Bl. 14b), 1584 uff der Wolffshecken (Pfr. Michaels Register); 1489-91 Wolfspusch zu Beuern und Bersrod (Arnsb. Reg.); 1584 bey dem Wolffspusch in Amelshausen (Pfr. Mich. Reg.); heute Wolfsacker in Alten-Buseck.


Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
UniA Gießen = Universitätsarchiv Gießen – [Register uber den Arnspurger kauff von 1489-1491 UniA GI HS 457m, publiziert bei Eckardt]
Freiherrn von Nordeck zur Rabenau auf Schloß Großen-Buseck = heute zerstreut in andere Archive und Privatbesitz
GemA Buseck = Gemeindearchiv Buseck
Evang. Kirchenarchiv Großen-Buseck

Literatur:
Wilhelm Karl Arnold, Ansiedlungen u. Wanderungen deutscher Stämme, Marburg 1875
Albrecht Eckhardt: Klosterarchive : Regesten und Urkunden Teil: 8 : Die oberhessischen Klöster; Dritter Band 2. Hälfte Texte und Indizes; Marburg 1988
Schoof, Schwälmer Ortsnamen, in Hess. Blätter f. Volkskunde VIII
Weigand, Oberhess. Ortsnamen, im Arch. f. hess. Gesch. VII

  • 1
    W e i g a n d, S. 317; A r n o l d, Ansiedlungen u. Wanderungen deutscher Stämme, s. 390; S c h o o f, Schwälmer Ortsnamen, in Hess. Blätter f. Volkskunde VIII, S. 35
  • 2
    Dieser altdeutsche Personenname liegt wohl auch in folgenden Flurnamen des Tals vor: 1489-1491 under der Wolffshecken (Arnsb. Register unter Buchsegk, Bl. 14b), 1584 uff der Wolffshecken (Pfr. Michaels Register); 1489-91 Wolfspusch zu Beuern und Bersrod (Arnsb. Reg.); 1584 bey dem Wolffspusch in Amelshausen (Pfr. Mich. Reg.); heute Wolfsacker in Alten-Buseck.
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