Mühlen im Busecker Tal

Im Busecker Tal gab es eine größere Anzahl von Mühlen. Sie fanden sich entlang des Krebsbaches und der Wieseck 1wird in Großen-Buseck als Thalbach bezeichnet. –  Bis auf eine, sind mittlerweile alle stillgelegt.
Die Bevölkerung des Busecker Tales unterlag früher einem Mühlenbann. Er wurde von den Herrschern des Gebietes, hier der Ganerbschaft Buseck, erlassen und schrieb den Bauern vor ihr Getreide in einer bestimmten Mühle mahlen zu lassen. Im Busecker Tal hatten die Bauern meist keinen Bann auf eine bestimmte Mühle. Sie durften jedoch nur in einer Mühle des Busecker Tales mahlen lassen. Allerdings beklagt sich der Rektor der Universität Marburg im Jahre 1588, dass die Ganerben ihren Untertanen gegen Leibes- und Geldstrafe verboten haben ihr Korn bei Balzer Becker (Dorfmühle) und Matthes Molenarzt (Neumühle) mahlen zu lassen. Die Geldstrafe betrug 10 Gulden. 2HStAD E 10 Nr. 2066, Blattzählung 15
Das Getreide ausserhalb des Busecker Tales mahlen zu lassen war den Bauern des Tales verboten. Innerhalb des Tales erhöhte die Anzahl der Mühlen den Konkurrenzdruck auf die Müller. Sich zusätzliche Kundschaft außerhalb des Busecker Tales zu suchen war recht aussichtslos, da auch die Bauern außerhalb des Tales in der Regel einem Mühlenbann unterlagen. Häufig wachte die Obrigkeit in ihrem Gebiet darauf wie viele Mühlen errichtet wurden und wie viele Bauern ihnen zuliefern konnten. Indem sie der Mühle genügend Bauern zum mahlen zuwies, sicherte die Herrschaft gleichzeitig die Möglichkeit des Müllers die Abgaben in gewünschter Höhe leisten zu können.

Lange Zeit waren die Mühlen im Besitz des Adels oder des Klerus. Die Müller waren meist Lohn- oder Erbleihmüller. Erst spät konnten diese die Mühlen zum Eigentum erwerben. Die Müller leisteten Abgaben an die Eigentümer und Herrschaft, zudem hielten sie die Mühlen in „Bau und Besserung“ – kümmerten sich also um den baulichen Erhalt der Mühle und Nebengebäuden.

weitere Mühlen im Busecker Tal:
° Helgenmühle (Reiskirchen)
° Klippelsburg
° Albacher Mühle?

Zur Geschichte der Klostermühlen:
° Arnsburg
° Wirberg
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Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt

Literatur:
Mühlengeschichte:
Wilhelm Arnold: Die Mühlen im Busecker Tal; Gießen 1930, Heimat im Bild – veraltet
Friedhelm Leblanc: Die Geschichte der Mühlen im Busecker Tal; Buseck 1997 – veraltet
Genealogie der Müller:
Hans Otto Carle: Zu- und Abwanderung der Müllerfamilien über 300 Jahre auf den 18 Wassermühlen der Wieseck in Oberhessen; Gießen 2014


  • 1
    wird in Großen-Buseck als Thalbach bezeichnet
  • 2
    HStAD E 10 Nr. 2066, Blattzählung 15
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